Geschichte

Wie alles begann

Am 25. Oktober 1879 legt das Ehepaar Dorothea und Adolph Palm mit einem Testament den Grundstein für die Evangelische Jugendhilfe. Ihre Stiftung errichtet 1888 das "Kinderheim für Uhlenhorst, Barmbeck und Hohenfelde" in der Bachstraße 23. Es bietet "schulpflichtigen Kindern, deren Eltern durch Abwesenheit vom Hause an der nötigen Fürsorge für dieselben verhindert sind, täglich nach der Schulzeit Obdach, Aufsicht und Pflege." Die Kinder begeben sich "direct von der Schule ins Kinderheim (...), wo ihnen ein einfaches, nahrhaftes Mittagsessen gereicht wird, und wo sie nach Anfertigung ihrer Aufgaben für die Schule auch Gelegenheit und Anleitung zu anderweitiger nützlicher Beschäftigung finden."

Die Wurzeln dieser Arbeit lassen sich bis ins Jahr 1856 zurückverfolgen. Bereits 1864 hatte Adolf Palm die "Warteschule auf der Uhlenhorst" in der Bachstraße 19 und 21 gebaut mit dem Zweck, "die noch nicht für die Volksschule befähigten, jedoch schon zum Sprechen und Laufen gekommenen Kinder (...) nicht allein vor leiblichen und geistigen Gefahren auf den Gassen und in den elterlichen Wohnungen zu bewahren, sondern auch zur Entwickelung der körperlichen, geistigen und sittliche Anlagen dieser Kinder auf angemessene Weise beizutragen, und dadurch zugleich den Eltern ein Haupthindernis des Broterwerbes abzunehmen."

Vieles hat sich seitdem geändert – und doch wird deutlich, wie ähnlich die damaligen gesellschaftlichen Probleme den heutigen waren. Unsere Arbeit ist heute so aktuell und notwendig wie vor 125 Jahren.

Zwangsauflösung und Neuanfang

In den Jahren 1900/1901 wird ein Neubau für das Kinderheim errichtet. Die laufende Arbeit wird sowohl von der Kirche als auch dem Staat finanziert. 1920 vereinigt es sich mit der Warteschule zum "Kinderheim für Uhlenhorst, Barmbeck und Hohenfelde".

Unter dem Druck der staatlichen Anweisung, sämtliche Kinderheime zu "entkonfessionalisieren" und jegliche Beeinflussung der Kinder im christlichen Sinne zu unterlassen, wird das Kinderheim 1940 für 60.000 Reichsmark an die Stadt verkauft. Vorstand Pastor Remé bittet die Kirchengemeinde St. Gertrud, den Erlös als Schenkung "für christliche Jugendunterweisung zu verwenden". Am 29. Mai löst sich der Vorstand auf, "der Vorsitzende schließt die Sitzung um 9 1/4 Uhr mit Gebet".

Um eine Fortführung der Arbeit zu ermöglichen, schaltet sich 1941 die Sozialverwaltung ein und erreicht, dass der Gemeinde vorläufig eine Verfügung über diese Summe untersagt wird. Als Rechtsnachfolgerin der Stiftung engagiert sie sich nach Kriegsende erfolgreich für die Rückgabe der Grundstücke und Gebäude in der Bachstraße an "die Kirche".

Wie vor dem Dritten Reich kann das "Kinderheim Bachstraße" dort nun wieder eine Kindertagesstätte und ein Jugendheim betreiben.

Neue Wege

Als die alten Gebäude baufällig werden, errichtet die Stiftung 1973/74 einen Neubau in Barmbek. Sie konzentriert sich nun auf die Erziehungshilfen im "Kinderheim Hufnerstraße". Die Heiliggeistkirche an der Hufnerstraße übernimmt die Trägerschaft für die Kindertagesstätte.

Im Zuge einer Neuorientierung der Jugendpolitik in Hamburg wird die Arbeit in den Jahren 1989 bis 1992 dezentralisiert. Kleinere stationäre Einheiten wie Wohngruppen und sozialpädagogische Lebensgemeinschaften lösen die traditionellen Jugendheime ab. Zu diesem Zweck erwirbt die Stiftung acht eigene Häuser und mietet weitere Objekte an. Das Gebäude in der Hufnerstraße wird an die Sozialpsychiatrie des Rauhen Hauses verkauft.

Seit dem Jahr 1993 trägt die Einrichtung nun den Namen "Evangelische Jugendhilfe". Bei uns arbeiten heute 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 14 verschiedenen Einrichtungen in den Bezirken Hamburg-Wandsbek und Nord.

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